Vereins-Chronik der „Echt Köttinger Jonge“, im Volksmund auch Kamelle-Verein genannt.

Im Februar 1977 gingen 4 Mann, als Möhnen verkleidet, im Köttinger Rosenmontagszug mit. Bei diesem Umzug entstand die Idee, eine Karnevalsgruppe zu gründen. Gesagt, getan. Im Oktober des gleichen Jahres trafen sich 7 Köttinger Jonge in der Gaststätte „Zum Backes“. Es wurde - bei einigen Gläsern Kölsch - darüber diskutiert, eine Karnevalsgruppe zu gründen. Nach ca. zwei bis drei Stunden war dann auch ein Name gefunden worden: „Echt Köttinger Jonge“. Jetzt fehlte nur noch eine Person, die die Gruppe auch organisierte und zusammen hielt. Es wurde Hans Delang zum 1. Vorsitzenden gewählt, der auch gleichzeitig die Kasse führte. Alle waren sich einig, dass jedes Jahr im Rosenmontagszug ein Karnevalswagen gemietet werden sollte, der dann in Köttingen mit „Kamelle“ bestückt für unsere Dorfkinder mit fuhr. Zum jeweiligen Motto des Wagens sollte auch das passende Kostüm gefunden werden. Um das Ganze zu finanzieren, wurde ein Betrag von 5,00 DM festgelegt. Nach 7 bis 8 Stunden in feucht-fröhlicher Runde war die Karnevalsgruppe „Echt Köttinger Jonge“ geboren. Um den neu gegründeten Verein auch am Leben zu erhalten, musste Geld beschafft werden. Hier wurde einiges auf die Beine gestellt. Der Fantasie wurden keine Grenzen gesetzt. 3 Mal im Jahr wurde Altpapier gesammelt und in der Zülpicher Papierfabrik abgeliefert. Zur damaligen Zeit brachte das Kilogramm Papier 10 Pfennig ein. Zwei bis dreimal wurde im Jahr zur Papierfabrik gefahren. Als nächstes versuchte man, die Vereinkasse mit einem Dorfturnier (Unser Dorf spielt Fußball) aufzubessern. In den ersten drei Jahren war die Begeisterung bei den Köttinger Vereinen sehr groß. Das „Event“ war für viel Spaß und Freude auf dem Köttinger Sportplatz bekannt und es gab eine große Zuschauer-Resonanz. Aber wie es im Leben einmal so ist, wurde es immer schwieriger, das Turnier zu organisieren. Die Dorfvereine bekamen Probleme, selbst eine Mannschaft zu stellen, so dass die Erkenntnis kam, das Turnier nicht mehr auszurichten. Preiskegeln und Sommerolympiade wurden in den nächsten 4 Jahren veranstaltet. Doch auch hierbei ließ die Begeisterung aufgrund mangels Interesses für diese Art von Veranstaltung schnell nach. Als Köttinger Karnevalsverein sollte der Spaß, Frohsinn und Tradition des Karnevals gepflegt werden. Im Jahr 1981 hatte man sich unter den Karnevalsvereinen so zerstritten, dass kein Verein eine „Tollität“ stellen wollte. Trotz alledem investierten die Vereine ihre ganze Energie zur Organisation und Durchführung eines Rosenmontagszuges. Glaubt man den Erzählungen, soll dies der größte, schönste und was die Stimmung betraf,

Tollitäten von 1993 Bauer Peter Schwall, Prinz Dieter I., Franzen und Jungfrau Olaf (Olivia) Schimpf

tollste Rosenmontagszug gewesen sein, der jemals in Köttingen auf die Beine gestellt wurde. Auch in diesem schwierigen Jahr stellten die Echt Köttinger Jonge - wie in allen Jahren seit Gründung - einen Wagen. Im Jahr 1989 wurde zur besseren Strukturierung des Karnevals in Köttingen das heutige FKK, bekannt als Festkomitee Köttinger Karneval, mit 6 Vereinen gegründet. Die „Echt Köttinger Jonge“ zählen zu den Gründungsmitgliedern (Stolz von Köttingen, Theaterverein Rose, Tambourcorps Rheingold, 1. Hunnenhorde 87, Rheinflotte „Blaue Jungs“, Echt Köttinger Jonge). Der erste Vereinshöhepunkt des Kamellevereins wurde 1991 geboren. Der Kamelleverein stellte unter dem Motto „Et wit jelach, jedanz, jeschunkelt und jesunge en der Session mit der Echt Köttinger Jonge“ das erste Mal 1993 ein Dreigestirn. Zur damaligen Zeit wurde die Proklamation und die restlichen Karnevalsver-anstaltungen in einem beheizten Festzelt abgehalten. Mit den ersten Gefolge-kostümen (Lappenclowns), in wochenlanger Arbeit selbst hergestellt, begleitete das Gefolge ihr Dreigestirn durch die Säle Erftstadts und weit darüber hinaus. Noch heute trägt das ein oder andere Mitglied dieses Kostüm mit Stolz und Freude. Seit eh und je, mit wenigen Ausnahmen, unternimmt der „Kamelleverein“ Fronleichnam mit Kind und Kegel eine Radtour in die nähere Umgebung. Ob Schnitzeljagd, Strandfußball, Federball und vieles andere mehr, alle haben hierbei ihren Spaß. Für das leibliche Wohl ist bei diesen Event`s natürlich immer bestens gesorgt. Im Jahr 2000 zum Millennium und zum 2 x 11 Jahre-Jubiliäum des „Kamellevereins“ wurde etwas geschafft, was bis zu diesem Zeitpunkt unerreicht war. Ein Erwachsenen- und ein Kinder-Dreigestirn aus einem Verein in einem Jahr zu stellen. Das Motto lautete: „Op Kleen, op Groß, dat es doch ejal. Zesamme fiere me en Köttinge Karneval.“ Natürlich zog das Gefolge des „Kamellevereins“ in großer Zahl und Freude wieder hinterher, diesmal als Zigeuner verkleidet.

 Tollitäten von 2000 Bauer Rolf Schmitz, Prinz Wolfgang(I.) Freitag und Jungfrau Horst (Horstilia) Früchtl.

Kinderdreigestirn : Prinzessin Bianca Kamba, Prinz Florian (I.) van Zütphen, Bauer Lars Franke

Bis 2004 war es dann etwas ruhiger um den Verein geworden. Es wurde überlegt, wie das Köttinger Dorfleben attraktiver gestaltet werden könnte. Es gab eine Vielzahl von Ideen und es wurde beschlossen, eine Oldie-Night ein Mal im Jahr zu veranstalten. Der nächste Vereins-Höhepunkt steht zum 3 x 11 Jahre-Jubiläum im Jahr 2010/2011 an. Aus diesem Grund wurde Anfang 2008 im Verein ein Dreigestirn vorgeschlagen, das die „Echt Köttinger Jonge“ durch die Jubiläums-Session 2010/2011 führen wird. Das Gefolge des Dreigestirns überrascht die Karnevalsjecken in der Session 2010/11 mit einer Vielzahl von individuell gestalteten Kostümen aus dem Abenteuer „Fluch der Karibik“.

Tollitäten von 2011 Bauer Jörg Brauer, Prinz Werner(III.) Linden und Jungfrau György (Georgina) Kamba.

Geschrieben im Jahr 2010...